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Artikel aus Wonnegau (Rhein-Main-Presse) vom 26.04.04:"GIMBSHEIM Ein schwerer Verkehrsunfall mit drei Schwerverletzten ereignete
sich am Samstag auf der Umgehungsstraße zwischen Eich und Gimbsheim.
Ein 13 Jahre altes Mädchen aus Frankfurt musste dabei mit einem Rettungshubschrauber
in die Mainzer Uni-Klinik gebracht werden. Nach Angaben der Wormser Polizei
steht dieser Unfall nicht im Zusammenhang mit der kurz vorher stattgefundenen
Motorradsegnung. |
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***** Nein, ich weiß auch nicht, was an dieser Kurve auch nur näherungsweise kompliziert sein soll. So sieht sie jedenfalls aus, wenn man aus Richtung B9 nach Eich fährt, was wir am 24.04.04 unternahmen, um mit Freunden einen netten Abend zu verbringen. Wir, das sind Kathinka, ich und meine Tochter Katrin, die auf meiner VFR mitfuhr. In dieser besagten Kurve kam mir dann schräg von vorne ein Moppedfahrer auf einer Suzuki SV 650 entgegen, den es immer weiter aus der (für ihn) Rechtskurve trug und der dann mit uns kollidierte. Zum Zeitpunkt der Kollision waren wir beide mit ca. 100 km/h unterwegs... |
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***** Die Folge waren die im Artikel angesprochenen schweren Verletzungen bei mir und Katrin. Kathinka stürzt auch beim Versuch, der auf sie zu schlidddernden Maschine des anderen auszuweichen, verletzt sich aber zum Glück nur leicht. Katrin wird mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Mainz geflogen, mich bringt der Rettungswagen ins Stadtkrankenhaus Worms (siehe rechts) Über Katrins Verletzungen schreibe ich an dieser Stelle nichts weiter, Anfragen hierzu bitte ausschließlich per Mail. |
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***** Die rechte Seite hatte nichts abbekommen, also konnte man da ja jede Menge Nadeln, Braunülen, Messgeräte und was weiß ich nicht alles hineinstecken. Links sieht es anders aus: |
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***** So sieht ein SIDI Rando aus, wenn man mit 200 km/h gegeneinander fährt. Der Anprall fand auf Höhe meiner linken Fußraste statt, diese wurde nach unten gebogen, der Schuh nach oben gebogen und die Stahlplatte hat mir denn entsprechend den Mittelfuß zerknackt. In der Folge geht dann das Knie vom Tank weg und dann habe ich wohl versucht, die SV meines Unfallgegners mit dem Bein zu fangen... Dabei ist das Bein aus der Hüftpfanne gedreht worden. |
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***** Zuerst wurde das Bein gestreckt und ich musste fleißig Atemübungen machen. Nur die Schulter haben sie mir gleich eingerenkt, dabei habe ich anscheinend trotz Sedierung das gesamte Krankenhaus zusammen gebrüllt. Zwei Tage später, am Montag, kann dann aber auch die Hüfte operiert werden, die vorher vermittels der hier zu sehenden Streckvorrichtung gerade gerichtet worden war... Das ausgerissene Stück Hüftpfanne wird ärschlings jetzt von einer Platte mit 7 Schrauben gehalten, die wohl erst im Krematorium durch den Rost fallen werden... |
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***** Und so sah der Fuß aus, der in dem obigen Stiefel steckte. Die Naht quer 'rüber hat leider nicht gehalten, also muss das von innen ausheilen, das kann gut und gerne einen Monat dauern. Aber der Fuß ist noch dran und beweglich, das Sprunggelenk hat nichts abbekommen. Leider wurde durch die Knieprellung der Nervus Peronäus geschädigt,
so dass sich der Fuß nicht richtig heben lässt, diese Schwäche
kann sich über bis zu zwei Jahre hinziehen. |
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***** Der Helm hat auf der Rückseite einen deutlich spürbaren Riss längs durch die Hartschale durch, vermutlich durch die Landung. Danke Arai, mein Kopf blieb unversehrt, der nächste Helm wird wieder einer von euch. Die Überstreckung bei der Landung hat in Verbindung mit der Intubation während des künstlichen Komas die Nerven der Stimmbänder so geschädigt, so dass ich seither eine beidseitige Stimmbandlähmung habe. Das bedeutet, dass die Atmung stark behindert ist und ich nicht mehr in der Lage bin, mehr als eine Treppe zu steigen... Zum Glück hat der Rücken nichts abbekommen, einmal mehr bin ich auch von meinem Rückenprotektor überzeugt. Gute Schutzkleidung regelt. |
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***** Langsames Aufwachen nach 6 Tagen im künstlichen Koma. Wegen der miserablen Sauerstoffsättigung konnte man mich nicht direkt nach der OP wecken und dann kam die Lungenentzündung. Im Anschluß habe ich dann noch eine Woche auf der Intensivstation in Worms gelegen, bevor ich 'heimatnah' verlegt werden konnte. Ich scheine über gutes Heilfleisch zu verfügen, die Lunge hat sich binnen weniger Tage grundsätzlich erholt und zwei Wochen nach der OP waren die Schädigungen schon sehr weit zurückgegangen. Meine gebrochenen Rippen spüre ich nur noch nach langem Reden, aber nicht beim Husten oder Lachen, was sehr positiv war. Die Recurrensparese (Stimmbandlähmung) ist eine heimtückische Geschichte, die erst nach Monaten diagnostiziert wurde. Auch das gesamte medizinische Personal war auf die Lunge fixiert und hat meine Atemprobleme bei Anstrengung oder beim Sprechen als temporäre Einschränkung gesehen. Erst im September hatte ich dann keine Geduld mehr und mir eine Überweisung zur Lungenfachärztin besorgt. Die stellte schnell feste, dass die Lunge okay ist und das Problem wohl im Hals hängt. Folgerichtig erschrak dann auch die HNO-Ärztin ordentlich, eine beidseitige Stimmbandlähmung ist nämlich weder häufig noch trivial. |
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***** Wenn wir schon bei angeschlagenem und nahezu zerstörtem Material sind - das war noch von der VFR übrig, die einen Busch entwurzelt hat, wobei der Rahmen einen üblen Ditscher erhielt. Das Ende vom Lied: wirtschaftlicher Totalschaden, Restwert 200,00 €, Wiederbeschaffungswert: 2.200,00 €. War ein feines Mopped. |
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***** Nach zwei Wochen auf der Intensivstation in Worms ging es dann in die Unfallchirurgie des Stadtklinikums Höchst, nur ein paar hundert Meter von zu Hause entfernt. Es ging dort binnen kurzer Zeit rapide aufwärts, endlich ergab sich auch die Möglichkeit, die vielen Mails und News zu beantworten. Natürlich auch nur, weil ich von BigTwin ein Notebook geliehen bekam, das war einfach Klasse. Und nach anderthalb Wochen dort entließ man mich zur weiteren Heilung nach Hause, nutzlos rumliegen konnte ich dort auch. Dort erwartete mich eine Überlebensprämie in Form meines eigenen Notebooks - dringend notwendig, da ich auf absehbare nicht in unser Büro im zweiten Stock kam... Nach drei Monaten begann ich wieder mit dem Gehen, umfangreiche und intensive Physiotherapie ermöglichte einen relativ schnellen Heilungsprozess. |
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***** Zu Hause heilt man schneller. Auf alle Fälle zufriedener, wenn die Sonne scheint und man auf der eigenen Terrasse sitzen kann. Um die notwendige Höhe zu bekommen (30° Abwinkelung in der Hüfte durften in den ersten Wochen nur selten überschritten werden), musste Kathinka den Liegestuhl auf eine Palette nageln. Pflegebett im Wohnzimmer (Schlafzimmer im ersten Stock - keine Chance), nach Wochen endlich mal wieder unter die Dusche und dann auch bald in die Badewanne... Die Einschränkungen am Anfang waren schon heftig, nicht zuletzt die blöden Thrombose-Spritzen, die mir Kathinka jeden Tag verabreichen musste. Ich habe einen fantastischen Hausarzt (Moto Guzzi V11 & MV Agusta F4). Jede Woche kam er vorbei und hat sich super um alles gekümmert. Auch die Physiotherapeuten im PTZ waren allesamt super und haben entscheidend dazu beigetragen, dass ich orthopädisch zumindest von den Knochen her einigermaßen auf der Reihe bin. |
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***** Resümee nach einem Jahr: Macht sowas nicht, es bringt echt keinen Spaß. Zuerst hatte ich rund 10kg abgenommen, was bei meiner ohnehin wenig pygnischen Figur schon besonders mitleiderregend aussah. Mittlerweile sind wenigstens 4 davon wieder drauf und fange an, mich meinem früheren Selbst zu nähern. Die Behinderung durch die Stimmbandlähmung macht mir am meisten zu
schaffen und schränkt leider stark ein, der Rest kommt schon mehr
oder minder auf die Reihe. |
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